Die Rauhnächte - Weihenächte - 

Das Licht in dir erneuern

In welcher Zeit liegen die Rauhnächte?

Wieso ist diese Zeit so wichtig für das neue Jahr?

Wie kann ich diese Tage bewusst begehen? 

Was ist aus alter Kultur überliefert?


 



Die Rauhnächte, oder auch Weihenächte, beschreiben die Zeit zwischen der sogenannten Mutternacht - also um 24 Uhr in der Nacht von 24. auf 25. Dezember, der Christnacht, und dem 6. Januar des neuen Jahres, dem Dreikönigsfest. Als Vorbereitung darauf ist die Wintersonnwende (21./22. Dezember) von Bedeutung.

"Nacht" anstelle von "Tag", weil es die dunkelste Zeit des Jahres beschreibt, beziehungsweise in dieser Jahreszeit die Jahresnacht liegt. Die Geistige Welt ist uns nun sehr nahe... Einweihungsnächte!


Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren,
und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.

(Angelus Silesius)

Die Natur hilft uns: Während wir im Sommer das "Draußen" genießen, führt uns der Winter, die Dunkelheit und Kälte ins Innere, in die Tiefe und Einkehr... Die Bibel weist darauf hin: Das Licht wird in der Finsternis gefunden... Dort sollen wir suchen, mit Verstand und Gefühl hin zum Heiligen Herzen, dem Christus in uns. Und wer dort hingelangt, der findet das Königsreich inwendig, und alles andere wird folgen. 


Bild: Dank an Gerd Altmann auf Pixabay


Im Winter wird die Saat gelegt, um im neuen Jahr, mit Rückkehr der Wärme, aufgehen zu können... Auf der geistigen Ebene bedeutet dies: Begehen wir die Rauhnächte bewusst, so wird die Saat in fruchtbaren Boden gelegt. Jede der 12 Rauhnächte steht für einen Monat des neuen Jahres... Die 13. Nacht, auf den 6. Januar, auf Epiphania/ Erscheinung des Herrn, bildet den Abschluss und bedeutet: Jetzt ist das Licht in uns, die Innere Sonne, das Gold, die Liebe und Wärme, in unseren Herzen angekommen! Unsere Aufmerksamkeit und Achtsamkeit während dieser heiligen Zeit macht das Säen weihevoll - wir werden zum Schöpfer unseres Lebens.

Jede Rauhnacht hat ihre eigene Qualität, und jede die ersten 12 Nächte stehen jede für einen Monat des Neuen Jahres, also die 1. Rauhnacht für den Januar, die 2. für den Februar, usw... 


21./22.12. - Wintersonnwende - Thomasnacht - Thema Reinigung

1) 

25.12. - Mutternacht

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Thema: Wurzeln

2) 

26.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Innere Führung

3) 

27.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Herzöffnung

4) 

28.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Transformation

5) 

29.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Freundschaft+Selbstliebe

6) 

30.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Bereinigung

7) 

31.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Vorbereitung aufs Neue

8) 

1.1.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Neubeginn

9) 

2.1.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Segen+Innere Mitte

10) 

3.1.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Visionen

11) 

4.1.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Abschied

12) 

5.1.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Gnade+Wunder


6.1. Heilig Drei Könige/ Epiphania - HOHES NEUJAHR... 

Die Rauhnächte enden mit der 13. Rauhnacht, also zu Tagesbeginn des 6. Januar: Jetzt ist das Licht, die Liebe und Wärme, der Innere Christus in uns geboren! 

Das Thema lautet BEREINIGUNG, weil wir noch einmal die Möglichkeit haben, nachzuholen, was während der Weihenächte offen geblieben ist...


Empfehlenswert zur Vorbereitung auf diese besonderen Tage ist es

  • Auszumisten und gründlich zu reinigen
  • Offene Posten zu begleichen
  • Geliehenes zurückzugeben
  • Die Ablage zu erledigen
  • Angelegenheiten zu klären
  • Eine Art Tagebuch, Kerzen und Räucherwerk zu besorgen
  • 13 Zettelchen mit je einem Herzenswunsch anzufertigen (falten und in einem Gefäß sammeln!)

Hier ein Video zum Thema Vorbereitung:

 



Empfehlenswert während der Rauhnächte ist es

  • Zu räuchern
  • Ordnung zu halten
  • Eine Dankbarkeitsliste zu schreiben
  • Zu meditieren, erhebende Bücher zu lesen..., nach innen zu schauen
  • Tagebuch zu führen, auch, indem man sich mit der jeweiligen Tagesqualität auseinandersetzt 
  • Zu orakeln, z.B. eine Karte ziehen (die 1. Rauhnacht steht für den kommenden Januar, die 2. für den Februar, usw.)
  • Auf Träume zu achten und aufzuschreiben (diese stehen womöglich ebenso im Zusammenhang mit dem entsprechenden Monat des Folgejahres/ Traum in der 1. Rauhnacht entspricht einem Ereignis im Januar...)
  • Den Wesen der Natur, der Schöpfung, den Engelhierarchien unsere Dankbarkeit zu erweisen
  • In den ersten 12 Nächten achtsam einen der gefalteten Herzenswunsch-Zettelchen zu ziehen und ungelesen zu verbrennen... (Ein Wunschzettelchen von den 13 bleibt übrig; den öffnet man am 6.1., dem Lichtfest: Um diesen Wunsch darf man sich selbst kümmern - die anderen Wünsche übernimmt die Geistige Welt.)

 

Sollten Sie über ein Thema stolpern, mit dem Sie alleine nicht zurecht kommen, können sie, gerade auch während der Rauhnächte, gerne mit mir einen Termin vereinbaren. Ich arbeite auch telefonisch! Kontakt


Was ist aus vorchristlicher Kultur überliefert?

Der Begriff Rauhnacht (auch Raunacht) stammt wohl einerseits ab vom Wort rauh (wild), von Rauch oder Räuchern („Rauchnächte“) und vom mittelhochdeutschen Wort rûch (haarig, pelzig) – damit ist das Aussehen der Dämonen gemeint, die zu dieser Zeit ihr Unwesen treiben. Sie haben ihre Wurzeln in der germanischen und keltischen Tradition und rühren aus der Differenz der Tage im Sonnenjahr (365 Tage) und dem Mondjahr (354 Tage). Um diese Differenz auszugleichen, fügten die Kelten 11 Schalttage (und damit 12 Nächte) ein, die quasi „nicht existent“ sind und in denen die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt sind und die Tore zur „anderen Welt“ weit offen stehen. (Die 13. Rauhnacht, hier noch nicht berücksichtigt, steht für den Christus!)

Frau Holle ist Schutzpatronin dieser TageSie hat überlebt - im Märchen. Ursprünglich ist sie eine germanische Erd- und Himmelsgöttin, weise Frau und allgegenwärtige Muttergöttin. Als Himmelskönigin regiert sie über die Elemente, das Wetter, die Jahreszeiten. Sie mag es nicht, wenn jemand faul oder unnütz in den Tag hinein lebt, sie ist sehr streng und achtet darauf, dass jeder seiner Bestimmung gemäß lebt und sich entwickelt. Sie wirkt hier wie eine Richterin über Gut und Böse und wie die Hüterin über die Anlagen der Menschen: Dass Talente genutzt werden und schlechte Angewohnheiten möglichst abgelegt. Deshalb ist es in der Zeit der Rauhnächte besonders wichtig, alles in der Wohnung und an sich selbst ins Reine zu bringen - auch und vor allem im Herzen!

Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Die Tiere dürfen sich bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. 

Nach alten Überlieferungen sollen die finsteren Mächte an diesen Tagen sehr mächtig sein, Seelen wiederkehren, Geister erscheinen, Dämonen Haus und Hof übernehmen. Daher wurde in diesen Tagen ausgiebig geräuchert. Auch nutzte man die Zeit für die Familie, zum Feiern und zum Orakeln. Die meisten Arbeiten waren in dieser Zeit untersagt, wie z.B. das Wäsche waschen und aufhängen: Weil Frau Holle während der Rauhnächte in wildem Ritt zusammen mit Odin durch die Lande jagt, könnte sich dabei leicht ein Wäschestück verfangen, aus dem dann im Folgejahr ein Leichentuch für dessen Besitzer würde… 

In traditionellen Gesellschaften trägt man Masken, die exakt den visionär geschauten Geistern entsprechen. So gibt es mancherorts noch immer Perchtenumzüge zur Rauhnachtzeit. Die Geister kommen vom "Jenseits", von außerhalb der gesitteten, normalen Gesellschaft. Sie kommen aus dem Wald und der Wildnis, aus den Bergen, Seen und Sümpfen, auch analog zu verstehen als Seelenbilder. Auch Verstorbene sind dabei. Und wilde Tiere. Auch diese werden in den Umzügen dargestellt. Es ist eine starke ungezügelte Naturenergie, die sie mitbringen. Wolf-Dieter Storl schreibt: "Eine Energie, die ausgelassen, geil und fruchtbar macht, aber auch genauso leicht das Gleichgewicht stört und krank machen kann. Die Geister bringen kreatives Chaos, aus welchem - so oder so - Neues entstehen kann." Das wilde Geschrei und Kuhglockengeläut soll dabei die Dämonen verscheuchen, die in dieser dunklen Zeit ein leichteres Spiel haben; es heißt, Dämonen mögen kein Getöse!

 

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